
Radfahrer und Autofahrer halten diese Streifen oft für benutzungspflichtig. Ein gefährlicher Irrtum. Der Abstand zu den parkenden Autos muss eingehalten werden und damit ist der Schutzstreifen nutzlos und verführt zu einer gefährlichen Fahrweise.
Es ist zwar richtig, dass Radwege oft gefährlich sind, weil die Radfahrer aus dem Sichtfeld der Autofahrer verschwinden, aber Schutzstreifen sind für dieses Problem meistens auch keine Lösung. Zumindest, wenn sie mit einer Breite von 1,25m (inklusive der weißen Linie) gerade mal die Minimalanforderung erfüllen.

In der Stadt bleibt oft kein Platz für großzügig angelegte Radwege und Schutzstreifen. In diesem Fall bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, dass Autos und Radfahrer sich die Fahrbahn gleichberechtigt teilen. Beim gegenwärtigen Umfang des Radverkehrs sollte das auch kein Problem sein. Wie viel Steigerung ohne einen Verkehrsinfarkt noch möglich ist, lässt sich zum Beispiel in den Niederlanden besichtigen.
Diese Gleichberechtigung bleibt bei Schutzstreifen auf der Strecke. Der Schutzstreifen führt dazu, dass die Radfahrer mit einem Abstand von ca. 50cm vom Bordstein fahren, wenn sie den Streifen mittig benutzen, was bei den meisten Radfahrern der Fall ist. Damit bewegen sie sich genau im Gefährdungsbereich von plötzlich öffnenden Türen der parkenden Autos, die sich in vielen Fällen noch rechts des Schutzstreifens befinden. Gleichzeitig suggeriert die gestrichelte Linie den Autofahrern, dass Radfahrer und Autofahrer eine jeweils eine eigene Spur haben. Es entsteht der Eindruck, dass gefahrlos überholt werden kann, obwohl der Sicherheitsabstand eigentlich gar nicht eingehalten werden kann. Da die entgegenkommenden Fahrzeuge sich auch an der gestrichelten Linie orientieren, wird die Fahrbahn noch zusätzlich verengt.
Parken rechts Autos, ist man gezwungen links des Schutzstreifens zu fahren. Es gibt sogar ein Gerichtsurteil, das Radfahrern eine Mitschuld an einem Unfall mit einer sich öffnenden Tür gibt, wenn sie einen Sicherheitsabstand von einem Meter zum parkenden Auto nicht einhalten. Somit markiert die gestrichelte Linie also genau den einzuhaltenden Abstand. Fährt man allerdings dort, legt man sich regelmäßig mit rechthaberischen Autofahrern an, die den restlichen Fahrbahnteil als den für sie reservierten Teil ansehen.
Es gibt darunter durchaus welche, denen Hupen nicht reicht und die statt dessen gleich ihr Fahrzeug als Waffe einsetzen.
Schutzstreifen funktionieren nur dort, wo Platz genug ist, um zwischen Bordsteinrand und Schutzstreifen noch einen zusätzlichen Platz zu lassen. Das sind allerdings Straßen, auf denen auch vorher schon Platz genug war. Die Verengung der Fahrbahn führt hier aber immerhin zu einer Verlangsamung des Verkehrs. Die Anzahl solcher Straßen hält sich im städtischen Bereich allerdings meistens in Grenzen und allzu oft findet man Schutzstreifen an Straßen, die dafür eben nicht geeignet sind.